Erprobungsstufenkonzept der AFR

Welche Probleme können beim Übergang von der Grundschule zur Realschule auftreten?

In den neu gebildeten Klassen kommen Schülerinnen und Schüler zusammen, die ganz unterschiedliche Voraussetzungen mitbringen. Deshalb reagieren die Kinder sehr verschieden auf die neue größere Schule, ihre neuen Klassenkameraden, die neuen Lehrkräfte und die veränderten Leistungsanforderungen und das neue Schulumfeld. Die Anzahl der Unterrichtsfächer und der Lehrkräfte erhöht sich deutlich für die Kinder. Die Schultasche muss täglich anders gepackt werden. Englische Vokabeln müssen nun sehr sorgfältig erlernt werden.

Die Erprobungsstufe an der AFR

Unsere neuen Schülerinnen und Schüler sollen einen sanften Übergang von der Grundschule zur Anne-Frank-Realschule erfahren, indem wir in den Fächern zunächst an den Vorkenntnissen anknüpfen und somit die Basis für Lernerfolge schaffen. Gleichzeitig dienen verschiedene Bausteine im Rahmen von Lions Quest (Erwachsen werden) der Stärkung der Persönlichkeit und der Klassengemeinschaft. Die Erweiterung der Lerntechniken und unser Methodentraining sollen die Kinder mehr und mehr an das selbstständige und eigenverantwortliche Lernen heranführen. Fachliche und soziale Kompetenzen formen sie zu selbstbewussten und sozial verantwortlichen Menschen.

Organisation

Lehrer/Innen

Die Klassenlehrer/innen haben eine feste Stellvertretung in der Klassenleitung, so dass stets eine Betreuung der Schülerinnen und Schüler gewährleistet ist. Im Klassenteam und im Jahrgangsstufenteam werden Absprachen für ein einheitliches pädagogisches Vorgehen getroffen.

Die Zahl der in einer Klasse tätigen Fachlehrkräfte wird möglichst gering gehalten. Dass das ehemalige Grundschulkind dennoch überraschend viele neue Lehrkräfte kennen lernt, ist einfach nicht zu vermeiden, sollte ihm aber auch eine Menge neuer positiver Erfahrungen einbringen. Die in einer Klasse tätigen Lehrkräfte tauschen beständig, nicht nur in den Klassenkonferenzen, ihre Beobachtungen aus.

Klassenbildung

Bei der Klassenbildung versuchen wir, die geäußerten Wünsche möglichst zu berücksichtigen. 

Kinder, die aus derselben Grundschule kommen, werden in der Regel nicht getrennt, um bestehende Freundschaften, die zu Beginn mehr Sicherheit geben, zu unterstützen.

Kontakt zu den Grundschulen

Die künftigen Klassenlehrer/innen hospitieren in den Grundschulen, um sich einen Eindruck vom Entwicklungsstand ihrer künftigen Schülerinnen und Schüler zu verschaffen und erste wichtige Gespräche mit den Grundschullehrerinnen zu führen. Unsere Englischlehrkräfte sind über Inhalte und Methoden des Englischunterrichts in den 4. Klassen informiert.

Wir lernen uns kennen

Schnuppernachmittag

Kurz vor den Sommerferien, am Schnuppernachmittag, können unsere neuen Schülerinnen und Schüler ihre künftigen Mitschülerinnen und Mitschüler, ihre Klassenlehrerin oder ihren Klassenlehrer sowie den Klassenraum kennen lernen, um beruhigt und mit Vorfreude in die Ferien gehen.

Die ersten Tage an der AFR                                                             

Die ersten drei Tage des Schuljahres bietet den neuen 5ern ein Einarbeitungsprogramm mit häufigem Kontakt zu ihren Klassenlehrerinnen und Klassenlehrern, die sie in alle Neuheiten einführen und ihnen helfen, sich das neue Umfeld zu erschließen und Sicherheit zu gewinnen. Neben der Erkundung der neuen Schule und dem gegenseitigen Kennenlernen steht das Einüben von Basisqualifikationen wie den „Lern- und Schulbegleiter“ führen, Hausaufgaben organisieren, das Bustraining, das Kennenlernen des Schulgebäudes im Zentrum dieser ersten Tage.

Wenn der reguläre Stundenplan in Kraft tritt, sind die Kinder schon so gut eingewöhnt, dass der für die Realschule typische Klassenraum- und Fachlehrkräftewechsel zu schaffen ist.

Tag zur Teambildung

Um aus einer neu zusammengestellten fünften Klasse eine gute Klassengemeinschaft mit starkem Zusammenhalt zu formen, ist zu Beginn des ersten Schulhalbjahres ein eintägiges Projekt eingeplant, um die soziale Integration zu fördern. Dieses Projekt begleiten auch Patinnen und Paten (Schülerinnen und Schüler aus höheren Jahrgangsstufen), an die sich die Kinder stets vertrauensvoll wenden können.

Beratung und Förderung

Beratungsgespräche

Beobachtungen zum Entwicklungsstand werden nicht nur in den regulären Erprobungsstufenkonferenzen ausgetauscht. Wir laden die Erziehungsberechtigten an Elternsprechtagen ein. Bei größeren Schwierigkeiten stellen die Lehrkräfte unmittelbaren Kontakt her und ermöglichen eine telefonische oder persönliche Beratung.

Unsere Lehrkräfte Frau Rödlich und Herr Klatt weisen eine besondere Qualifikation in der Beratung auf und unterstützen Kinder und Eltern sowie unsere Lehrkräfte auf Anfrage bei Problemen im Schulalltag. Zudem sind wir mit der schulpsychologischen Beratungsstelle des Kreises Steinfurt und der Inklusionswerkstatt des Kreises Steinfurt vernetzt.

Erprobungsstufenkonferenzen

Pro Schuljahr finden drei Erprobungsstufenkonferenzen statt. Hier tauschen alle in der Klasse unterrichtenden Lehrkräfte ihre Beobachtungen und Meinungen zur Entwicklung der einzelnen Schülerinnen und Schüler, zu etwaigen Schwierigkeiten, deren Ursachen und zu möglichen Lösungswegen aus. Die Beratungen münden ggf. in einen Beschluss, der den betreffenden Erziehungsberechtigten mitgeteilt wird; gleichzeitig wird stets ein Beratungstermin angeboten, so dass in Kooperation mit dem Elternhaus eine Lösung erarbeitet werden kann, die dem Wohl des Kindes dient.

Zu einigen Konferenzen werden die ehemaligen Grundschullehrkräfte zum Erfahrungsaustausch eingeladen.

Schwerpunkte der pädagogischen Arbeit

Methodentraining

In den Klassen 5 und 6 werden jeweils drei Methodentage durchgeführt mit Themen wie z.B.:

5.1      Vorbereitung auf Klassenarbeiten

5.2      Effektiv üben

5.3      Mind-Mapping

6.1      Mündliche Mitarbeit

6.2      Markieren und Strukturieren

6.3      Präsentation

Schülerpatinnen/- paten

Je zwei von ihnen werden einer Klasse zugeteilt, die sie dann durch die Erprobungsstufe begleiten. Sie kümmern sich bei Problemen, nehmen am Klassenfindungsprogramm teil und sind auch sonst ansprechbar.

Streitschlichter/innen

Außerdem werden an der AFR regelmäßig sogenannte Streitschlichter/innen ausgebildet, die den jüngeren Mitschülerinnen und Mitschülern helfen, Konflikte möglichst eigenständig zu bearbeiten.

Sozialtraining in Klassen 5 und 6 nach Lions Quest – Erwachsen werden

In der Erprobungsstufe findet ein Training zum sozialen Lernen statt, begleitet von der jeweiligen Klassenleitung. In diesem Programm geht es im Wesentlichen um den fairen und sozialen Umgang miteinander, die Stärkung der Sozialkompetenz des Einzelnen und die Förderung der Klassengemeinschaft. Die Schülerinnen und Schüler vertiefen soziale Fähigkeiten und Kommunikationsstrategien wie das Zuhören, Konflikte lösen, Empathiefähigkeit und vieles mehr.

Klassenfahrt in Klasse 6

Die Klassenfahrt in der Jahrgangsstufe 6 ist fest im Fahrtenkonzept der AFR verankert. Sie dient dazu, die Klassengemeinschaft und das Wir-Gefühl durch gemeinsame Erlebnisse und Aktivitäten zu stärken.

Neue Fächer in der Jahrgangsstufe 6

Im zweiten Jahr der Erprobungsstufe erscheinen zwei neue Fächer im Stundenplan:

  • die zweite Fremdsprache: Französischdas
  • Fach Geschichte

Leiter der Erprobungsstufe

Der zweite Konrektor Andreas Sornig übernimmt die Aufgabe, den Wechsel von der Grundschule zur Realschule vorzubereiten, Gesprächskontakte zu den Grundschulen herzustellen, Informationen bereit zu stellen und - nach Rücksprache mit den Lehrkräften der Klasse - individuell zu beraten.

Während der zweijährigen Erprobungsstufenzeit nimmt Herr Sornig Einblick in die persönliche Entwicklung des einzelnen Kindes, indem er die Erprobungsstufenkonferenzen leitet und im engen Kontakt zu den Klassenlehrerinnen und -lehrern steht, auf Wunsch an Beratungsgesprächen teilnimmt, Förderangebote vermittelt und beim Schulformwechsel unterstützt.

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