Ein Abend für Europa

Die diesjährige Geschichtsprojektgruppe „Clio go!“ der Anne-Frank-Realschule hatte zu einem bunten Europa-Abend eingeladen, um mit einem abwechslungsreichen Programm die Ergebnisse ihrer Forschungsreise nach Straßburg in die Öffentlichkeit zu tragen.

Sieben Schülerinnen und 14 Schüler der neunten und zehnten Jahrgangsstufe reisten Anfang Februar für fünf Tage nach Straßburg. Das Ziel der etablierten Geschichts-AG ist es, jährlich mit anderen Schülern neue bedeutsame Orte der Geschichte und Politik durch intensives Erforschen hautnah zu erleben. Vor dem Hintergrund der aktuellen Europawahlen gelangte Straßburg – als offizieller Sitz des Europäischen Parlaments – ins Visier des AFR-Forscherteams. Die heutige „Europastadt“ Straßburg verdeutlicht, dass es möglich ist, eine jahrhundertelange Feindschaft mit furchtbaren kriegerischen Auseinandersetzungen zu überwinden. Für die Clios (Teilnehmer der Projektgruppe) ergab sich so die Gelegenheit deutsch-französische Freundschaft zu ergründen.

Am 9. Mai, dem Europatag, trugen die Schüler ihre Erlebnisse in die Schulgemeinde hinein und machten diese durch anschauliche Präsentationen für alle greifbar. Die Schüler bereiteten den Abend und ihre Teilnahme am „Wettbewerb zur Europawoche 2019“ des Ministers für Bundes- und Europaangelegenheiten sowie Internationales des Landes NRW zwei Tage in Tecklenburg vor.

Nach einem Europa-Rap begrüßte das kommissarische Schulleitungsteam Rainer Sandkötter und Andreas Sornig die zahlreichen Gäste im mit EU-Flaggen geschmückten Forum der Schule. Die Schüler der Projektgruppe führten das Publikum unterhaltsam durch den Abend. Den Auftakt des Abends bildete die Europasage aus der griechischen Mythologie. So wurde die phönizische Prinzessin „Europa“ von dem zum Stier verwandelten Zeus im Forum der AFR nach Kreta entführt und verliebte sich dort in ihn. Auch die Kritik an der EU wurde nicht ausgeblendet. Die Zuschauer wurden mit Meinungen und Problematiken konfrontiert und konnten durch Aufstehen oder Sitzenbleiben ihre Standpunkte einbringen. Bei einzelnen Fragestellungen vertrat das Publikum durchaus unterschiedliche Ansichten. Klar wurde aber auch, dass eine überwältigende Mehrheit im Forum der EU positiv gegenübersteht. Annehmlichkeiten, wie das Reisen ohne Grenzen und das friedliche Zusammenleben haben einen hohen Stellenwert. Mit einer kleinen „Politikstunde für alle“ übernahmen die Schüler die Lehrerrolle und überraschten in ihrem „Unterricht“ mit szenischen Darstellungen zur aktuellen Europathematik. Das Beispiel eines Tagesablaufs von Marie aus Greven  veranschaulichte die vielen Berührungspunkte des Normalbürgers mit geltenden EU-Richtlinien. Die Grundfreiheiten des Europäischen Binnenmarktes wurden durch vier „EU-Bürger“ erklärt, die jeweils über ihren persönlichen Nutzen aus den Grundfreiheiten berichteten. Am Beispiel eines Busses wurden schließlich die komplizierten Mechanismen von Kommission, Ministerrat oder des Europäischen Parlamentes veranschaulicht. Die Politikstunde schloss natürlich mit einem kleinen Publikumstest ab.

Die Schülerband spielte unter Leitung von Raine Sandkötter die Lieder „Je ne parle pas français“, „Zombie“ und die „Europahymne“ von Ludwig van Beethoven. Ein Gänsehautmoment erlebte das Forum, als sich das  Auditorium erhob und die Europahymne mit dem Text von Friedrich Schiller mitsang.

Horst Hennemann, Lehrer und Projektleiter, dankte dem Internationalen Bildungs- und Begegnungswerk (IBB) und dem Förderverein der Schule für die finanzielle Unterstützung. Ein Dank ging auch an alle Beteiligten – insbesondere an die Technischen Schulen des Kreises Steinfurt für die schulformübergreifende Zusammenarbeit zur Erstellung eines eigenen Logos für das Projekt.

Das Highlight des Abends war die Präsentation des Projektfilms. Horst Hennemann lüftete das Geheimnis um das Clio-Go-Ziel 2020. Die Entdeckungstour wird die neuen Clios nach Nürnberg führen.

Zum Abschluss bedankte sich Joest Freriks (10a) stellvertretend für das Clio-Go-Schülerteam mit einem selbstgeschriebenen Europalied bei den Lehrern Horst Hennemann und Martina Leduc für ihr Engagement. Das Lied enthielt auch einen Aufruf zur Teilnahme an der Europawahl am 26. Mai. Im Anschluss sorgten die Schüler mit europäischen Spezialitäten für das leibliche Wohl ihrer Gäste.

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